Abenteuer Krankenhaus

15.09.2016 - Krank war ich ich schon seit Sonntag. Am Abend fingen die Halsschmerzen an und Montag bin ich dann früher aus der Schule nach Hause gegangen, um mich hinzulegen, denn zu den Halsschmerzen kamen nun noch Kopf- und Gliederschmerzen. Abends hatte ich Fieber. Schnell stellten wir selbst die Diagnose: das wird eine kleine Grippe.

Dienstags hatte ich immer noch ein wenig Fieber, aber schon am Mittwoch plante ich wieder zur Schule zu gehen. Meine Halsschmerzen waren zwar noch längst nicht weg, sondern ein wenig schlimmer geworden, aber dank ausreichend Tee und ein paar Medikamenten hoffte ich am nächsten Tag wieder fit zu sein. Mir war nämlich ziemlich langweilig in unserer Wohnung. Bald hatte ich alle mitgenommenen Bücher ausgelesen und auch sonst jede Beschäftigungsmöglichkeit ausgeschöpft.

Infusion.jpgAls ich dann Mittwoch gegen 23 Uhr aufwachte waren die Halsschmerzen jedoch zu einem stechenden Engegefühl geworden, was es mir schwer machte zu Atmen und es fast unmöglich war zu Schlucken und zu Sprechen. Selbst Flüstern war nur mit großem Kraftaufwand zu meistern. Ich weckte Becci und wir entschieden uns, dass ich am nächsten Morgen sofort einen Arzt aufsuchen sollte, doch kaum hatte ich mich wieder hingelegt, wurde das Atmen fast unmöglich, sodass ich in Panik geriet. Abermals weckte ich Becci und sie rief für mich bei unserer Nachbarin an, die uns sofort mit ihrem Mann abholte und uns ins Krankenhaus nach Port Alfred fuhr. Auf der Autofahrt konnte ich mich ein wenig beruhigen und das atmen wurde ein wenig leichter.

Im Krankenhaus in Port Alfred wurden wir zunächst über die Kosten informiert, die auf uns zukommen würden für die Behandlung. Da nicht alle Menschen in Südafrika eine Versicherung haben, sind schon viele Krankenhäuser auf ihren Kosten sitzen geblieben, deshalb wird das jetzt streng überwacht. Als Freiwillige sind wir natürlich versichert, müssen bei ambulanten Behandlungen das Geld aber vorstrecken. Nachdem Becci für mich zugesichert hatte, dass wir zahlen würden, wurden wir in einen Behandlungsraum geführt. Die Krankenschwester und ein Arzt untersuchten mich und fassten meine Krankheit zusammen: ich hatte eine Mandelentzündung.Frühstück2.jpg

Ich sollte ein oder zwei Nächte im Krankenhaus bleiben. Jetzt ging die Telefoniererei los, denn wir mussten die Versicherung erreichen, da sie das Krankenhaus bei stationärer Behandlung bezahlen muss. Bevor das nicht geklärt war, würde mich das Krankenhaus nicht behandeln. Die Versicherung war schnell erreicht und sie versprachen, das Krankenhaus zu kontaktieren. Also warteten wir und warteten, aber da das afrikanische Büro der Versicherungen dort anrufen musste, herrschte auch afrikanische Zeit. Um drei Uhr war dann alles geklärt und mir wurde eine Infusion mit Antibiotika gelegt, die zum Glück sehr schnell half, und ich wurde mit dem Rollstuhl in ein Zimmer gerollt, in dem ich abermals untersucht wurde und die Gelegenheit hatte, die beiden netten Damen, mit denen ich das Zimmer teilte kennenzulernen. Erst um vier Uhr hatte ich alle nötigen Medikamente genommen und war zu genüge Untersucht worden. Endlich konnte ich schlafen.

Genesungswuensche.jpgDoch der Schlaf war nicht lang. Um 5.20 Uhr wurde das Licht im Krankenhaus angemacht und es gab Frühstück: Haferbrei, Würstchen und schwarz gebranntes Toastbrot.

Der Arzt entließ mich dann doch am selben Tag und gab mir einige Medikamente mit. Zum Glück konnte ich dann schon morgens abgeholt werden und in der Wohnung darauf warten gesund zu werden.

Der Besuch im Krankenhaus war ein Erlebnis, dass sich in diesem Jahr wirklich nicht mehr wiederholen muss, obwohl sich dort sehr gut um mich gesorgt wurde. Wenn mein Englisch nicht ausreichte oder ich zu nervös war, die Ärzte und Krankenschwestern zu verstehen, wurde mir alles noch einmal erklärt. Sie hatten alle sehr viel Geduld. Trotzdem war es komisch, in einem fremden Land ins Krankenhaus zu müssen und es war mit sehr viel Stress und Nervosität verbunden.

Jetzt geht es mir wieder sehr gut und ich konnte in der letzten Woche wieder arbeiten.