Die ACA

12.09.2016 - Die Alexandria Christian Academy verfolgt ein Schulsystem, dass es in Deutschland so nicht zu finden gibt. Das System wurde von der ACE (Accleared Christian Education), einer amerikanischen Organisation, entwickelt. Statt des gewohnten Frontalunterrichts hat hier jedes Kind sein eigenes „Office“, einen Schreibtisch der zu drei Seiten vom Rest des Raumes abschirmt ist und in dem der Schüler ohne Ablenkung und für sich alleine lernt.

160823_Alexandria_07.jpgDie Schüler lernen mit Hilfe von PACES, also Heften, in denen Texte stehen und die Übungsaufgaben sind. Ist gibt PACES für alle Fächer, was in den unteren Klassen, Englisch, Mathe, Afrikaans, Word Building (Rechtschreibung), Science (Naturwissenschaften) und Social Studies (Sozialwissenschaften/Sachunterricht) ist. Zu Beginn jedes Heftes werden dann alle „Goals“ aufgelistet, also die Fähigkeiten, die der Schüler mit dem Beenden des Heftes erreicht haben soll. Außerdem wird ein Bibelvers angegeben, den die Schüler bis zu letzten Seite immer wieder wiederholen müssen und dann auswendig können sollen. In den Heften finden sich dann Texte, die Sachverhalte erklären, oder manchmal auch nur eine Geschichte erzählen. Die Kinder sollen diese Texte vorlesen und danach werden dazu Fragen gestellt, damit die Schüler testen können, ob alles verstanden wurde. Alle paar Seiten muss der Schüler dann eigenständig „scoren“, das heißt seine Lösungen mit einem Lösungsheft vergleichen und dann gegebenenfalls korrigieren. Ab und zu findet sich auch ein „Check-Up“ in jedem Heft. Dieser fragt das Gelernte der letzten Seiten ab und muss mit einem Lehrer kontrolliert werden. Auf der letzten Seite jedes Heftes gibt es dann einen „Self-Test“, der das gelernte des gesamten Heftes abfragen soll und auf den „PACE Test“ vorbereitet, der einige Tage nach Beendigung des Heftes gemacht wird und ebenfalls alles gelernte abfragt. Besteht ein Schüler einen „PACE Test“ nicht, muss der das gesamte Heft wiederholen.

160823_Alexandria_11.jpgNeben diesem lernen an Texten gibt es in einigen PACEs auch die Aufforderung ein Projekt zu machen. Für die älteren Schüler kann das ein naturwissenschaftliches Experiment sein, es kann aber auch etwas künstlerisches gefordert werden. In der zweiten Klasse müssen die Schüler zum Beispiel zur Zeit Insekten und kleine Tiere fangen und aufkleben, um sie sich genau anzusehen und ihre Namen zu lernen. Deshalb liegen zur Zeit im Klassenraum einige Spinnen, Tausendfüssler, Fliegen und Kakerlaken.

Manchmal werden Dinge auch nicht anhand von Texten in den Heften erklärt, sondern es müssen kurze Filme gesehen und CDs und Kassetten gehört werden. Wie kommt es nun, dass die Schüler tatsächlich in allen ihren Heften lernen und nicht ein Lieblingsfach bevorzugen und den Rest liegen lassen?

Jeden Morgen setzten die Schüler sich „Goals“, dass heißt Ziele für den Tag und wie viele Seiten sie in jedem Heft schaffen wollen. Die älteren Schüler machen dies eigenständig, jüngere Schüler bekommen dabei noch Hilfe. Wenn an dem Schultag nicht alle „Goals“ erreicht werden, müssen die übriggebliebenen Seiten als Hausaufgaben gemacht werden.

 

Die Aufgaben von uns Freiwilligen in den Klassen ist es den Lehrern („Supervisor“) zu helfen. Wir lassen uns von den Kindern die Seiten vorlesen, hören sie ab, wenn etwas gelernt werden muss und korrigieren mit ihnen ihre „Check-Ups“ und Tests.

Da jeder Schüler für sich alleine lernt, wird versucht möglichst viele Möglichkeiten zu schaffen, damit trotzdem eine Kommunikation zwischen den Schülern, aber auch zwischen den Schülern und Lehrern stattfindet. Der Sportunterricht dienstags und donnerstags ist ein Beispiel dafür, oder aber der Chor und einige Projekttage, die immer wieder stattfinden. Auch hier können wir Verantwortung übernehmen. Ich leite zum Beispiel den Chor und Becci gibt Kunstunterricht.