Ein bisschen was zum Wochenende

12.06.2017 - In letzter Zeit bin ich an verschiedenen Wochenenden doch nochmal ein bisschen in Südafrika herumgekommen. Da es über jedes einzelne Wochenende zu wenig zu berichten gibt, fasse ich hier mal zusammen.

Es ist schon etwas her, aber im März habe ich es an einem verlängerten Wochenende bis nach East London geschafft. Viel gibt es zu diesem Wochenende nicht zu sagen, denn eigentlich haben die Freiwilligen, mit denen ich unterwegs war, und ich nur Dinge genossen, die wir hier manchmal vermissen und die uns an Deutschland erinnern. Wir waren in einem Einkaufzentrum und im Kino, was definitiv das Highlight war. Obwohl wir leider einen Film mit mehr Toten als Worten schauen mussten (der einzige englische Film zu der Uhrzeit) habe ich mich sehr darüber gefreut etwas so „Normales“ zu machen und wahrscheinlich ist es in Deutschland unverständlich, warum ich mich so über einen schlechten Film freuen konnte. Übernachtet haben wir in einem Backpackers direkt am Strand, was wir leider überhaupt nicht nutzen konnten, da es die ganze Zeit regnete.

Mai_2017_501-WA0006.jpgIMG-20170529-WA0002.jpgAnfang Mai bin ich dann mit Agnes und Chiara, zwei Freiwilligen aus Grahamstown, nach Hogsback gefahren um eine Freundin, Lu, zu besuchen. Hogsback ist ein wahnsinnig schöner und magischer Ort, denn angeblich ließ sich Tolkien hier zu Herr der Ringe inspirieren. Das ist zwar wahrscheinlich nur ein Märchen, aber die Straßen sind trotzdem häufig nach bekannten Orten oder Charakteren aus Mittelerde benannt. Man versteht bei dieser wunderschönen Landschaft auch warum dieser Mythos entstanden ist. Hogsback liegt von Bergen umrundet in einem Tal und überall ist es grün und bewaldet. An diesem verlängerten Wochenende gingen wir vor allem wandern, kletterten Wasserfälle hinauf und besuchten Skulpturengärten mit spektakulären Aussichten. Auch die berühmte Badewanne, eine funktionstüchtige Wanne mitten im Wald mit einem großartigen Ausblick auf die Hogsberge und das Tal stand auf dem Programm. Letztendlich lässt sich gar nicht so viel mehr zu dem Wochenende sagen, außer, dass es eines der Highlights des ganzen Jahres war.

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Dank der Verwandtschaft, schaffte ich es an einem Wochenende sogar nochmal bis nach Kapstadt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir da vor allem das gute Essen. Wir waren zum Beispiel auf dem Woodstock Food Market. Woodstock wirkt zunächst wie ein heruntergekommenes Stadtviertel. Nachts sollte man auch nicht alleine herum laufen und es macht einen chaotischen Eindruck, geht man aber in einen der Läden, verbirgt sich dahinter zum Beispiel eine Schreinerei, die wirklich wunderschöne Dinge herstellt und auch ein paar Designer-Läden sind dabei. Der Markt ist wirklich schön und einzigartig und man würde ihn nie dort vermuten.

Juni_2017_ausgehen.jpgLetzte Woche war ich dann nochmal in Port Elizabeth, diesmal zum ersten mal ganz touristisch. Von Freiwilligen wurden wir auf ein Fest im Wallmer Township eingeladen und konnten ein wirklich beeindruckendes Theaterstück einiger Schüler über die Aufstände am Youth Day auf Xhosa anschauen. Obwohl ich fast nichts verstand, waren die Emotionen die vermittelt wurden wirklich überwältigend. Das Publikum schrie immer wieder dazwischen und einige weinten sogar, als es um das Ende der Apartheid hing.

Juni_2017_sausages.jpgAußerdem besuchten wir in P. E. auch den neuen Food Truck Market, wo es auch einen Truck mit deutscher Currywurst gab und waren, diesmal ganz untouristisch in der Innenstadt, wo wir durch Stoffläden schlenderten. Die Innenstadt von Port Elizabeth ist nicht, wie man sich eine deutsche Innenstadt vorstellen würde. Sie ist nicht touristisch, sondern dreckig, hässlich und ein bisschen zwielichtig. Trotzdem gibt es dort die Dinge in Souvenierläden zu finden, nur dass sich das Angebot nicht an Touristen richtet. Die traditionellen Ketten der Xhosa werden dort mit dem Hintergrund ihrer wirklichen Bedeutung (Hirachie, Status in der Gesellschaft) verkauft.