Ein Tag an der NMMU

09.05.2017 - Für die Schüler, die bald ihren Schulabschluss machen, stand letzte Woche ein Ausflug an die Nelson Mandela Metropolitan University in Port Elizabeth an, den ich begleiten durfte. Morgens früh ging es deshalb mit dem Schulbus an die Uni in PE.

März_2017_2017426.jpgZuerst gab es einen kleinen Vortrag zum Thema „Wie finde ich das Richtige Studienfach?“ Solche Vorträge kenne ich natürlich auch aus Deutschland. Hier in Südafrika war der Vortrag, anders als in Deutschland, eher auf die Gefühlsebene der Schüler ausgerichtet, während in Deutschland oft nur die Fakten und Berufschancen betrachtet wurden. Mich verwunderte das sehr, denn gerade in einem Land, mit einer so hohen Arbeitslosenquote sollte man sich genau überlegen was man lernt. Danach ging es in eine große Halle, in der jedes Studienfach seinen eigenen Stand aufgebaut hatte und Werbeflyer verteilte. An manchen Ständen wurden auch Experimente gemacht und man konnte das ein oder andere ausprobieren. Ganz wie in Deutschland also.

Was nicht wie in Deutschland ist, das sind die sehr hohen Studiengebühren, die vor allem für die ärmere Bevölkerung überhaupt nicht zu stemmen sind. Deshalb gibt es schon seit längerem Studentenproteste gegen diese Ordnung und im öffentlichen Raum wird das Thema stark diskutiert. In den letzten Monaten sind an einigen Universitäten Bibliotheken und Hörsäle abgebrannt und der Protest wurde zunehmend politischer.

Längst wird nicht mehr nur gegen die Gebühren, sondern auch gegen das, noch von der Apartheid geprägte System demonstriert und eine afrikanischere Bildung gefordert, bei der nicht alle Themen und Forscher so stark von Europa geprägt werden.

Falls du dich noch mehr für das Thema interessiert, dann empfehle ich dir den Film „Fuck White Tears“.

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