Roadtrip „Coast to Coast“ Teil 1

07.12.2016 - Alexandria – Grahamstown – King Williamstown - East London – Mdumbi

Roadtrip_20161209-W07.jpgAm Mittwoch, den 7. Dezember, holten mich Clara und Franzi mit ihrem kleinen roten Auto hier in Alexandria ab um auf große Fahrt zu gehen. Geplant war für die Ferien ein Roadtrip von „Coast to Coast“ , also zunächst an der Ostküste entlang Richtung Norden und nach Weihnachten dann auf der Garden Route nach Kapstadt und ein wenig weiter nord-westlich zu fahren um Mitte Januar wieder frisch und mit vielen neuen Erfahrungen in die Arbeit zu starten. Bevor die große Reise begann fuhren wir erst einmal an den Strand hier in der Nähe und dann nach Grahamstown, wo ich bei den anderen Freiwilligen übernachtete. Grahamstown war der Ausgangspunkt unserer Reise.

Roadtrip_20161212-W02.jpgAm Donnerstagmorgen beluden wir schon früh morgens das Auto, was sich als schwieriger gestaltete als zunächst gedacht, da jeder doch etwas mehr mitgenommen hatte als erwartet und auch das Auto geschrumpft zu sein schien. Letztendlich passte aber alles gut hinein und wir starteten unsere erste Etappe von Grahamstown über King Williamstown nach East London. In King Williamstown machten wir nur einen kurzen Stopp um uns das Biko Museum anzuschauen, dass wir aber erst einmal finden mussten und sich hinter einem chaotischen Wohnbezirk aus verfallenen Häusern und engen Straßen befand, durch das wir zunächst irrten. Umso interessanter war das Museum über den ehemaligen Freiheitskämpfer, der in Südafrikas Apartheidsgeschichte eine große Rolle spielt, aber in Deutschland weniger bekannt ist. Noch am Nachmittag fuhren wir weiter nach East London, wo wir im „Sugar Shack Backpackers“ übernachteten.

Roadtrip_20161209-W04.jpgWir hatten eine kleine Hütte mit Blick auf das Meer und den Strand für uns und waren direkt über der Uferpromenade. In East London erlebte ich zum ersten Mal einen vollen Strand, der den Stränden in Deutschland im Sommer nahe kommt, auch wenn es keine Strandkörbe gibt. Bisher waren alle Strände, dich ich in Südafrika gesehen hatte fast menschenleer und von schöner Natur umgeben, der Strand in East London hingegen war laut und voll. Trotzdem machten wir an diesem Abend noch einen Spaziergang an der mit Schneemann-Weihnachtsdeko geschmückten Strandpromenade entlang.

Roadtrip_20161212-W05.jpgAn unserem zweiten Tag in East London waren wir morgens in einem Einkaufszentrum um ein wenig zu bummeln und die Vorräte aufzufüllen, die wir noch brauchen würden. Den Nachmittag verbrachte ich mit Agnes am Strand, auch wenn es ein wenig zu kalt zum schwimmen war. Später gingen wir dann noch ins Aquarium um etwas über die Unterwasserwelt Südafrikas zu lernen. Ein wichtiges Thema dort war der Umgang mit Haien, die vor der Küste des Landes leben und die aus Angst vor Angriffen getötet werden, obwohl sie nur sehr selten einen Menschen umbringen. Außerdem gab es verschiedene Fischarten, Walknochen, Pinguine und Robben zu sehen.

Roadtrip_20161210-W02.jpgAm 10.12 verließen wir East London mit dem Ziel Mdumbi dann. Es war ein regnerischer Tag, aber der Weg sollte nicht zu weit sein. Die Landschaft veränderte sich langsam, als wir in die ehemalige Transkei fuhren, einem Teil Südafrikas, der bis zum Ende der Apartheid unabhängig war und in dem es eine Arbeitslosenquote von 92% gibt. Die Häuser wurden nun viel öfter zu Rundhütten und wir durchfuhren den Ort an dem Nelson Mandela geboren wurde und aufwuchs. Dann mussten wir abbiegen und mehr als 50 km einer unbefestigten Straße bis nach Mdumbi folgen. Da es nebelig wurde, die Straße vor allem aus Schlaglöchern und Matsch bestand und der Regen einfach nicht aufhörte brauchten wir dafür 3 Stunden. Immer wieder begegneten uns Kühe, Esel, Schafe, Ziegen oder Schweine mitten auf der Straße und wir mussten uns den Weg frei hupen. Auch für die Leute, die bei Regen durch das Nirgendwo dort liefen schienen wir eine große Attraktion zu sein.

Roadtrip_20161212-W07.jpgIrgendwo fanden wir schließlich unsere wunderschöne Unterkunft „Mdumbi Backpackers“, die uns sofort begeisterte. Dort wohnten wir in kleinen Xhosa-Rundhütten direkt an einem der schönsten Strände, die ich jemals gesehen hatte, an einem Ort den die Welt scheinbar vergessen hatte, da die Xhosa dort noch sehr traditionell leben. Die Zeit scheint einfach stehen geblieben zu sein. Den nächsten Tag verbrachte ich mit Agnes damit an der wunderschönen Küste entlang zu wandern und die tolle Landschaft zu genießen, die immer wieder durch die Rundhütten unterbrochen wurde.